Wir sind Rassist!

Nun ja, es ist mittlerweile wieder ein Zeitchen her, seit ich das letzte Mal gebloggt habe. Normalerweise würde ich, so wie jeder andere Mensch, sagen, ich hatte so viel Stress, beide Hände und mein beschränktes menschliches Gehirn voller Arbeit und keine Zeit mehr zum Schlafen, Essen oder Onanieren. Die Wahrheit ist: Ich war zu faul! Gute Selbstdarstellung würde man den ersten Fall nennen, Wahrheit den Zweiten. Wo wir beim eigentlichen Thema angelangt wären.

Ein anstrengender Samstag liegt hinter mir. Schlafen bis Eins, Kater ausnüchtern bis… Nun ja, der Ausnüchterungsvorgang ist noch im vollsten Gange. Zeit für einen bequemen Fernsehabend. Zuerst Fußball-WM geschaut. Gott sei Dank haben die Dänen gegen diese sche*ß N*gger gewonnen. Und wer wundert sich über diese Aussage? Wohl jeder Mensch, der mich kennt. Wer würde mir zustimmen? Erbärmlich viele… Nach dem Fußballspiel war meine nächste Zerstreuungsstation “Puls 4″ und “American History X”. Ein packender Sozialthriller über die mieseste Lebensform dieses Planten: Den Menschen.

Der Mensch ist ein natürlicher Rassist. Alles von der Norm abweichende ist Abschaum. Denn wir sind die Besten. Wir sind weiß, wir sind stolz, wir sind die Elite der Menschheit. Der ausländische Müll hat kein Recht sich bei uns einzunisten. Sie kommen in UNSER Land, bekommen UNSERE Jobs, UNSER Geld und wahrscheinlich noch UNSERE Frauen. Und was bekommen WIR dafür? Sie rauben UNS aus, schlagen UNS zusammen und denken noch, sie bekommen dafür UNSER Land. Nun ja, dann ist es ja kein Problem, wenn wir gegen sie kämpfen, uns vereinen und sie fertig machen. Es ist falsch, dass sie uns angreifen, aber es ist richtig, dass wir sie angreifen. Das ist die Einstellung unserer heutigen Gesellschaft.

Letztes Wochenende, wiedermal zuhause in meinem geliebten Kärntnerland. Samstag Abend, Villacher Dorf… Ähhmm… Stadtfest. Durch die schönen Gassen der Faschingsstadt gehend, dreht sich Klein Alex um und sieht, wie ein sympathischer junger Mann mich anstarrt und ein Messer in der Hand hält. Schöner Moment! Wirklich, es war mir ein Volksfest… Im guten Tempo ins nächste Lokal abgebogen, war die Situation wieder bereinigt.

Und natürlich war es ein Ausländer! Natürlich, was es ein sche*ß Jugo, der unser Land übernehmen will. Denn es ist immer ein Ausländer. Dass dieser intelligente Jugendliche einen tiefsten Kärntner Dialekt besaß und kein einziges Merkmal einer östlichen oder südlichen Herkunft hatte, wird niemanden interessieren.

Obwohl ich mir es nicht gerne vorstelle, aber stellen wir Überlegungen für ein Szenario an: Der nette ÖSTERREICHER hat zugestochen. Eine Meldung auf orf.at, ein Kurzbericht in der Kleinen Zeitung, ein paar Wochen LKH-Urlaub für mich. Es hätte niemanden interessiert. “Vollidiot, was solls.” Nächster Gedanke, stellen Sie sich vor, es wäre ein Ausländer gewesen. “Scheiß Jugos!” “Olle gleich!” “Ause mitm Gsindel” Oder im Radikalfall: “Ab ins KZ mit denen!”

Es wird generalisiert. Ein Ausländer ist ein Verbrecher, alle Ausländer sind Verbrecher. Hmm… Mal nachdenken. Ein Österreicher ist mit dem Messer hinter mir gestanden. Ein Österreicher ist ein Verbrecher, alle Österreicher sind Verbrecher? Jeder weiß, ich bin kein Fan von Verallgemeinerungen, deswegen würde ich das weder bei Inländern noch bei Ausländern behaupten. Fakt ist, jemand der grundlos ein Messer zieht ist ein Vollidiot. Jeder, der Menschen anderer Herkunft grundlos verurteilt, aber auch. Körperverletzen ist ein Verbrechen, Rassismus aber auch.

In unserer Gesellschaft ist Rassismus mittlerweile jedoch ein Kulturgut. Hassprediger wie Jörg Haider oder der jetzige FPÖ-Bundesparteiobmann Jörg Haider Jr. hetzen gegen Ausländer. Sie sind unser einziges Problem. Ohne sie wäre alles gut. Nun ja, man macht sich das Leben ja immer gern einfach und nutzt die Ängste der Bevölkerung mit billigen Parolen aus. Moment, das hatten wir ja schon einmal… Hmm… Aber OK, die Juden waren ja wirklich ein Problem! Sie waren schlicht und einfach zu intelligent für diese Hetzkampagnen. Ob unter Jörg “Che” Haider Jr. als Bundesführer auch alle Grünen ins KZ müssen…

Was bleibt übrig? Man kann glücklich sein, in Österreich geboren zu sein. Man hat hier Chancen und Freiheiten wie sonst kaum wo. Und man ist zu geizig, sie zu teilen. Vielleicht wär es ja mal Zeit, dass Österreich wieder in einen Krieg kommt und danach auf Hilfe anderer angewiesen ist. Ich seh schon alle Rechtsradikalen zu den “Ausländern” hinrennen und betteln. Zurecht, schließlich waren ja gerade die Rassisten immer soooo gut zu allen Hilfsbedürftigen…

I am from Kärnten, das Leben aus einer etwas anderen Sichtweise – Teil 8: Kärnten bräunt sich, Österreich wohl bald auch

Zu Beginn meiner neuesten Blogerrungenschaft möchte ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, eine Frage stellen: Kennen Sie sich noch aus? Orange, Blau, Braun, was jetzt? Nun ja, dass Letzteres sowieso seit jeher zugetroffen hat, ist allgemein bekannt, aber wie dürfen wir rechtlich korrekt unsere Freunde der rechten Komödie noch bezeichnen?

BZÖ Kärnten fusioniert sich mit der FPÖ, der Rest der Bienenzüchter weiß nichts davon und steht jetzt alleine da. Das war’s wohl mit der orangen Unterhaltung, mit den 1,9 Prozent, die sie aus den anderen Bundesländern ohne Haider noch bekommen, werden sie höchsten noch mit der Hakenkreuzfahne vorm Parlament campen können, sind Neuwahlen bei den derzeitigen Chaotien wohl nicht ausschließbar. Das BZÖ ist wieder “daheim”. Um Straches Hetzereien ein bisschen umzudichten, könnte man ein neues Motto der Bienenzüchter verwenden: “Daham statt Untergang”. Ein Scheuch-Strache-Deal mit unheimlichen Folgen für Österreich. HC weiß, dass er mit Kärnten nun Prozente über Prozente dazubekommt, Scheuch weiß, dass sein politisches Überleben gesichert ist. Und eines ist klar, der nächste Landeshauptmann führt über Uwe den Aasgeier-Liebhaber. Der ungeliebte Neger-Kabarretist Gerhard Dörfler wird mit Sicherheit der erste Kandidat auf der Abschussliste der “Rassisten-Koalition” werden. Zwei Ausländer mit einer Klappe geschlagen, würde Scheuch wohl dazu sagen.

Doch die Folgen der Zusammenschließung des dritten Lagers (finde die Ordnungszahl in diesem Falle sehr passend) wird noch weitreichendere Ausmaße annehmen. das BZÖ nimmt die kärntner Abgeordneten zur FPÖ mit. Nicht einmal die sehr geschätzten Funktioniäre der Orangenfraktion sind so dermaßen dumm und glauben, dass sie ohne das “dritte Bundesland” überleben können. Somit werden sie aus Angst vor dem politischen Untergang zur FPÖ wechseln. Die Braunen können somit wieder als eine Partei angesehen werden. Mit den daraus entstehenden Mehrheitsverhältnissen wird es mittelfristig eine neue Österreichische Bundesregierung geben. Zwei Varianten sind hier denkbar: Die ÖVP schließt sich sofort mit der FPÖ zu einer Koalition zusammen. Problem an dieser Sache, die Blauen sind in diesem Fall der große Koalitionspartner, was für die ÖVP heißen würde, dass Österreich einen neuen Führer bekommen würde. Ob sie wohl als Minderheitspartei in eine deutschnationale Koalition gehen würde… Variante 2 wären Neuwahlen, neue Mehrheitsverhältnis, aber auch die Gefahr einer legitimierten FPÖ auf Platz 1.

So oder so, auf Österreich warten braune Zeiten, gute Nacht mein Vaterland…

I am from Kärnten, das Leben aus einer etwas anderen Sichtweise – Teil 7: Die kärntner Jugend – volkstreu, heimatverbund, rechtsgelagert

Ein kleiner Hinweis zum Beginn diese Eintrages. Der gesamte Blog bezieht sich, wie bereits erwähnt, auf die Lehrveranstaltung “Online schreiben”. Als Aufgabe wird in diesem Blogentry das Setzen von Links erfüllt. Sollten Ihnen also einige Links innerhalb dieses Textes merkwürdig vorkommen, denken Sie sich nichts, passt schon so… ;-)

Außerdem möchte ich anmerken, dass der heutige Blog AUßNAHMSWEISE nicht sarkastisch sein wird, sondern nur sozialkritisch.

Die kärnten Jugend ist ein sehr eigenes kleines Völkchen. Sollten Sie schon etwas in die Jahre gekommen sein und nicht mehr wissen, was die Jugend von heute im Allgemeinen ausmacht, bitte ich Sie diesen Link zu verfolgen. Die kärntner Jugend ist aber noch einmal um einiges anders als ihre ausländischen Artsgenossen. Jugendliche tendieren zu Radikalitäten, dies ist weder neu noch unbekannt, doch sind die Auswüchse in Kärnten um einige Stufen extremer.

Haiderfanatismus, Ausländerhass, Aggressionen – von der Politik gefördert, von der leichtsinnigen Jugend umgesetzt. Gepaart mit sozialen Problemen, familiären Streitigkeiten und dem Dauerbegleiter der Zukunftsangst, entsteht eine gefährliche Mischung, welche die Zukunft unserer gesamten Nation, Andersdenkenden und Ausländern gefährdet. Die soziale Verantwortung, die Jugend in mündige Erwachsene zu verwandeln, wird vor allem in Kärnten kläglich vernachlässigt. Wählerstimmen zählen beim BZÖ mehr als die Zukunft Kärntens. Die Trauer um Jörg Haider und die Landtagswahl 2009 haben diesen Trend verstärkt.

Die Kriminalitätsrate unter Jugendlichen steigt in ungeahnte Höhen, Diebstähle, Sachbeschädigungen und vor allem Körperverletzungen stehen im Mittelpunkt. Kein Wochenende vergeht, ohne Berichterstattungen über Schlägereien in den kärntner Städten und Dörfern. Und immer wird alles auf die Ausländer geschoben. Egal, wer der Täter ist, es ist immer der Ausländer. Von der Politik vorgelebt, wird diese Einstellung von der Jugend übernommen, Rassimus und Ausländerhass sind die Folgen.

Es muss sich einiges ändern, die kärntner Politik und die Bevölkerung müssen einen Meinungswandel vollziehen, ansonsten wird aus Kärntern ein sozialschmarozerischer, hochkriminiler Affenzirkus, ohne Recht und Ordnung, ohne Menschlichkeit und Sozialität. Wenn das alles vielleicht nicht sogar schon jetzt der Fall ist.

Und vergesst bitte schnell, I am from Kärnten!

I am from Kärnten, das Leben aus einer etwas anderen Sichtweise – Teil 6: Gerhard Dörfler – Rassist, Trittbrettfahrer, Landeshauptmann

In diesem und den folgenden Teilen meiner Blogreihe geht es um den Zeitraum zwischen Haiders Tod und der Regierungsbildung nach der Kärntner Landtagswahl 2009. Beginnen möchte ich mit einer kleinen Biographie über den neuen Landeshauptmann von Kärnten, Gerhard Dörfler (BienenZüchter Österreichs).

Gerhard Dörfler, geboren im Jahr 1955 in Deutsch-Griffen (das Deutsch wurde Gerüchten zu Folge auf seinen Wunsch eingebaut), arbeitete von 1985 bis 2001 in der Villacher sowie der Schleppe Brauerei. Übertriebener Bierkonsum könnte auch in diesem Fall so einiges erklären… Beim Saufen kennengelernt, ernannte Jörg Haider Dörfler 2004 zum 1. Landeshauptmann-Stellvertreter. Er bekam außerdem die Zuständigkeit u.A. in den Bereichen Tourismus, Verkehr und Straßenbau, Familienförderung und Kindergärten. Wie es um diese Bereiche heute steht, erkennt jeder der 980 noch klar denkenden Kärntner sofort.

2006 kam Dörfler auf seine wohl unterhaltendste Idee, Kopfschüttler all inclusive. Er lies Ortstafeln um wenige Meter verschieben, so dass die Verfassungsgesetze der betroffenen Tafeln de jure nicht mehr gültig sind. Ein für Dörfler angenehmener Nebeneffekt blieb nicht aus, gleichzeitig mit den Ortstafeln wurde auch das Vernunftsdenken der Kärntner weiter ins Hinterstübchen verfrachtet.

Nach Haiders feucht-fröhlicher Spritztour wurde Dörfler am 23. Oktober 2008 mit beeindruckenden 19 von 36 Stimmen zum Landeshauptmann von Kärnten gewählt. Wenn Sie sich nun denken, es könne sowieso nicht schlimmer als unter Haider werden, liegen Sie leider dezent falsch. Neben Rassismus und Populismus, darf man Dörfler nämlich getrost auch fehlende Intelligenz, unzureichende Redegabe und blanke Idiotie im Umgang mit anderen Menschen vorwerfen. Diese Werte wurden am 01. März 2009 mit 45,5 Prozent der Wählerstimmen bestraft.

Gerhard Dörfler, ein Mann mit Ausstrahlung und Redegabe. Negerwitze in Anwesenheit von Roberto Blanko, bekanntlich nicht gerade der Weißeste, den die mitteleuropäische Bevölkerung zu liefern hat, gehören zur Tagesordnung. Da es aber “kein Negerwitz, sondern ein Kakaowitz” war, sind solche Ausrutscher natürlich von jeglicher Bedeutung befreit und rechtfertigen Dörflers humoristische Einstellung, dass er “weiterhin ein Landeshauptmann sein werde, bei dem das Lachen stattfindet”. Ich amüsiere mich köstlichst.

Liebe Leserin, lieber Leser, bitte denken Sie sich nun nicht, dass Dörfler ein Landeshauptmann wäre, welcher nicht stets mit konstruktiven und lebenswichtigen Innovationen für sein Bundesland daherkommen würde. Im Jänner 2009 zum Beispiel hatte er die revolutionäre Idee, Jörg Haider bräuche eine Gedenkbrücke. Gesagt, getan, die “Jörg-Haider-Brücke” war geboren. Ich persönliche hätte ja die Umbenennung von Klagenfurt in “Haiderfurt am Wörthersee” um einiges innovativer und vor allem ironischer gefunden…

Auch das “Saualm-Prinzip” trug Dörfler als persönlichen Glücksbringer weiterhin unterm rechten Herz. Asylwerber, bei welchen ein von deuts… Ähhhhm… Kärntner Bürgern (immer diese Tippfehler…) (un)begründeter Verdacht eines Verbrechens angegeben wird, werden ohne weitere Nachforschung zum Wellness-Urlaub auf die Saualpe geschickt. Stellen Sie sich vor, Politiker würden allein wegen dem Verdacht eines Verbrechens auf die Saualpe geschickt werden. Dörfler müsste sicherlich mehr als eine Zahnbürste und zwei Paar Socken auf diesen Ausflug mitnehmen.

Und so verging die Zeit und es wurde Sommer. Ob Sie es glauben oder nicht, in Kärnten ist zwischenzeitlich sogar die Sonne wieder aufgegangen! Hat sie wohl zu strahlen begonnen, als sie bemerkte, dass die gütigen kärntner Steuerzahler nun ein eigenes Haider-Museum finanzieren. Bei der Starnacht am Wörthersee kam es dann endgültig zum Eklat gegen die kärntner Volksseele, als Dominic Heinzl Dörfler und seine Frau angerempelt haben soll. Dörfler erteilte dem künftigen ORF-Starreporter ein Einreiseverbot ins Kärntnerland und zeriss sein 3 Tages-Visum in gleicher Schnelle, wie mein Traum von einem sozialen Kärnten schon in jungen Jahren geplatzt ist. Da lobe ich mir aber gleich den Villacher Bürgermeister Helmut Manzenreiter, von dieser Ungerechtigkeit geschockt, besorgte er Heinzl gleich eine neue Aufenthaltsgenehmigung, lud ihn zum Villacher Kirchtag ein und bewarte ihn vom bereits berühmten Wellness-Urlaub in den kärntner Bergen.

Um noch kurz meine Gemütslage des letzten Jahres zu beschreiben: Und wenn du glaubst, es geht nicht mehr, mault von irgendwo der Dörfler her!

Und vergesst bitte schnell: I am from the state where rassism wins elections!

I am from Kärnten, das Leben aus einer etwas anderen Sichtweise – Teil 5: Jörg Haider, der Andreas Hofer für Arme (3)

Es war das Jahr 30 nach Christus Geburt, als der wichtigste Mann der Weltgeschichte qualvoll und ohne Selbstverschulden diese Erde (kurzzeitig) verlassen musste. Jesus von Nazaret, geboren und gelebt in Jerusa… Halt… Mist… Falscher Blog! Entschuldigen Sie mir bitte diesen kleinen Ausrutscher, aber nachdem Haider und Jesus praktisch die selbe Person waren, kam ich kurzzeitig in ein geistiges Dilemma.

Im Jahre 58 nach Beginn der neuen kärntner Zeitrechnung, starb der Erschaffer eben dieser. Jörg Haider, Kärntens bekanntester Asylant, starb bei einem schweren Autounfall, nachdem Judas die Bremskabel seines Volkswagens durchgeschnitten hatte. Die Sonne fiel vom Himmel, Kärnten war vaterlos. Heute, rund ein Jahr später, gibt es noch immer keinen Sonnenschein, wodurch das südlichste Bundeslands große wirtschaftliche Probleme zu tragen hat. Die fehlende Sonne hindert potenzielle Touristen am Kärntenurlaub, hohe Landesschulden sowie eine strauchelnde Hypobank sind die logischen Konsequenzen.

Es war die Nacht zum 11. Oktober 58, eine Nacht, die Kärnten nachhaltig verändern sollte. Nach einer abendlichen Veranstaltung im Veldener Nobellokal “Le Cabarret”, fuhr Haider, zumindest laut Angaben seines Lebensgefährten Stefan Petzner, nüchtern nach Hause ins Bärental. Gerüchten zu Folge, musste Haider seinem Chauffeur an diesem Tag frei geben, nachdem selbiger nach dem vergangen Abend mit Haider nicht mehr sitzen konnte.

Was jedoch niemand wusste, Haider fuhr weiter in Richtung Klagenfurt (Hochdeutsch: Klagenfurz). In der Hauptstadt angekommen, ging Haider in ein Lokal welches nur für “gstandene Männer” passend ist, der Stadtkrämer. Nach mehreren Flaschen russischem Mineralwassers, fuhr Haider endgültig ins Bärental. Doch irgendetwas war anders in dieser Nacht, er ging in Schlangenlinien, stolperte mehrmals, konnte kaum in sein Auto einsteigen. Beobachter gingen davon aus, dass nicht nur der Chauffeur in der letzten Nacht härter rangenommen wurde.

Um circa 1 Uhr war es dann so weit, die Sonne kreiste in dreifacher Lichtgeschwindigkeit vom anderen Teil der Erde Richtung Kärnten, nur um da vom Himmel zu fallen. Mit 142+x km/h und 1,8 Promille, fuhr Jörg Haider in seine letzten Sekunden. Bei starkem Nebel flog Haider nach der aktiven Gefährdung Unbeteiligter (=Überholmanöver) nach rechts außen ab. Ein Betonpfeiler beendete das Leben des “Landesvaters”. 

In den kommenden Teilen werden wir die Zeit nach Haider beleuchten. Vom Begräbnis bis zum Wortkampf der geistigen Leichtgewichter Dörfler vs. Heinzl, werden alle Ereignisse in Koroska chronlogisch abgearbeitet.

Und vergesst bitte schnell: I am from the state where you get drunk while drinking mineral water!

I am from Kärnten, das Leben aus einer etwas anderen Sichtweise – Teil 4: Jörg Haider, der Andreas Hofer für Arme (2)

Im zweiten Teil meiner Haider-Biographie geht es nun um die Jahre 2000 bis 2008. In diesem Zeitraum gab es einen unglaublichen Fortschritt in Sachen Computertechnologien und Internet. Auch Haider passte sich den neuesten Trends an. Ganz nach dem Motto “Bin schon weg… Bin wieder da…” schwenkte seine Laufbahn in den letzten Jahren immer zwischen 0 und 1.

Aber zurück ins Jahr 2000. Neu in der Regierung angekommen, trat Haider nach Beginn der EU-Sanktionen gegen Österreich, als Parteivorsitzender der FPÖ zurück. Mit den Worten “Susi, geh vor!” wurde Haider zum “einfachen Parteimitglied”. Ob er die Worte “geh vor” im eigenen Schlafzimmer wohl auch jemals verwendet hat… Nachdem ihm nach seinen ganzen Besuchen bei Saddam-Doppelgänger schön langsam wieder fad wurde, erhob er sich mit dem Putsch von Knittelfeld wieder an die Parteispitze. Nach wenigen Tagen, im Wissen über die folgenden Wahlergebnisse, war er plötzlich “wieder weg”. Nach einem Minus von fünfzehn Prozent war Haider übrigens erneut kurz weg (obwohl er da gerade sowieso schon weg war), er wollte als Landeshauptmann zurücktreten. Doch irgendwann war er dann doch wieder da. Hat der Stadtkrämer wohl nur kurzzeitig zum Renovieren zugesperrt… Seinen letzten Wahlsieg als Blauer (Parteileader) erreichte er 2004 bei der Landtagswahl in Kärnten. Damals dachte ich, die Intelligenz-Reduktion in Kärnten sei am Höhepunkt angelangt. Leider getäuscht…

2005 erkannte Haider endgültig seine wahre Berufung und wurde Bienenzüchter! Mit neuem Elan aufgrund eines Orangen-Essmarathons, rafft sich Haider abermals auf, um diese junge und unerfahrene Partei heroisch an die Spitze der Imkervereinung (abgekürzt: AUT) zu führen. Mit Hilfe vom Freistaat Kärnten erreichten die Imker, unter der medial-offiziellen Führung Haiders besten Kickboxers Peter Westenthaler, der übrigens mit Geburtsnamen Hojač heißt (was ich persönlich höchst unterhaltsam finde), 4,2% und somit nach 1 1/2 Jahren Regierungsarbeit auch erstmals legal das Parlament.

Dann war der Zeitpunkt gekommen, wo Haider das endgültig letztes Mal die 0 in eine 1 umschaltete, die Nationalratswahl 2008. Unterfordert von seiner Arbeit beim Kärntner Straßenbauamt, wo er täglich Ortstafeln reparieren musste, wurde er Spitzenkandidat des BZÖ. Mit der Ankündigung, ein etwaiges Mandat nicht anzunehmen, schlug er sich in seine letzte Schlacht. Eigentlich Betrug am Wähler, stellen Sie sich vor, Barack Obama hätte nach seinem Wahlsieg gesagt, er hat doch keine Lust, soll’s doch die Hillary machen. Nur Haider hat’s von Anfang an gesagt. Zeugt auch nicht gerade von Wählerintelligenz in Österreich. 10,8 Prozent haben somit für die österreichische Hillary gestimmt. Stellt sich nur die Frage, wer die österreichische Hillary eigentlich ist. Mehrmals verraten und betrogen worden, trotzdem immer wieder als Schoßhündchen zurückgekrochen gekommen und am Ende von seiner eigenen Partei billig ausgebotet worden. Stermann & Grissemann haben mir meine Antwort eigentlich vorweg genommen, es handelt sich um den geringsten seiner Jünger, Peter Westenthaler!

Nach einer zweiwöchigen Dauerparty, kam der Tag, an dem die Sonne vom kärntner Himmel gefallen ist… Dafür war der letzte Oktober aber erstaunlich warm… Haider wollte dem Galileo-Magazin auf ProSieben einen guten Dienst erweisen und beweisen, dass eine Vodkaflasche einen VW Phanteon ohne Unfall lenken kann. Der Rest ist Geschichte und wird im nächsten Teil meines Blogs beleuchtet.

Und vergesst bitte schnell: I am from the state, where Haider got over 40% of the votes…

I am from Kärnten, das Leben aus einer etwas anderen Sichtweise – Teil 3: Jörg Haider, der Andreas Hofer für Arme (1)

Liebe Leserinnen, liebe Leser, im dritten Teil meiner “Kärnten-Saga” geht es um “unseren” Volkshelden, einen Mann, der in die Geschichte eingegangen ist. Gott sei Danke bedeutet der Begriff “in die Geschichte eingehen” nicht zwangsläufig etwas Positives, wobei für viele meiner Kärntner Mitbürger/innen Rassismus, Populismus und Betrunkenheit am Steuer heute noch ein Gefühl der Traurigkeit hervorruft. Die Trauer, einen unglaublichen Menschen verloren zu haben. In diesem Fall ist der Ausdruck “unglaublich” bitte wortwörtlich zu nehmen, da ich oft den Kopf schütteln musste, als ich bemerkte, wie “unglaublich” blind die südlichste Bevölkerungsschicht Österreichs durchs Leben läuft.

Jörg Haider, geboren am 26. Jänner 1950 in Bad Goisern, als Sohn einer vorbelasteten Nationalsozialisten-Familie, hatte in Sachen politischer Einstellung wohl schon einen vorgeschriebenen Karriereweg. Früh zog es Haider ins politische Exil. Von Oberösterreich ausgewandert, bekam er durch die Hochzeit mit der Kärntnerin Claudia Hoffmann, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung im Freistaat Kärnten. Aufgrund seiner fortschreitenden Alzheimer-Erkrankung, durch welche er auch sein geschichtliches Erinnerungsvermögen der Zeit zwischen 1938 bis 1945 verlor, vergaß er leider auch, wie ihm Gutes getan wurde und lies Asylanträge entweder grundsätzlich abblitzen oder beschenkte die Immigranten mit einem gemütlichen Wellnessurlaub auf der Saualpe.

Im Jahre 1986 konnte Haider mit dem “Putsch von Innsbruck” die Parteiführung der FPÖ übernehmen. In Folge wurde er Kärntner Landeshauptmann. Mit dem Jahre 1989 begann somit auch die gesetzliche Reduktion der sogenannten “Intelligenz” in Kärnten. Doch seine Ziele waren höhere. Er wollte der (An)führer der “ideologischen Missgeburt” Österreich werden. Irgendwann wird es aber auch dem Kärntnerherz zu viel mit rechten Parolen, unzwar spätestens bei seiner Aussage im Jahre 1991, präsentiert im Kärntner Landtag: Na, das hat’s im Dritten Reich nicht gegeben, weil im Dritten Reich haben sie ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht, was nicht einmal Ihre Regierung in Wien zusammenbringt. Das muss man auch einmal sagen.“

Als Landeshauptmann abgesäbelt, gewann er aber derwegen bei jeder bundesweiten Wahl an Stimmen dazu und der Rassismus in Österreich wurde neu entflammt. “The time of his life” hatte Haider wohl im Jahr 1999. Er gewann die Kärntner Landtagswahl mit unglaublichen (man beachte wieder meine oben erwähnte Interpretation des Wortes “unglaublich”) 42 Prozent und wurde erneut Landeshauptmann. Bei den Nationalratswahlen im selbigen Jahr wurde die FPÖ zweitstärkste Partei des Landes. Dadurch, dass die ÖVP unter Wolfgang Schüssel sich fest vorgenommen hatte, bei einem dritten Platz in Opposition zu gehen, fungierte die FPÖ folgend als “kleiner” Koalitionspartner der Volkspartei. Sollte dieser Satz keinen Sinn für Sie ergeben, lesen Sie bitte auf allermanns Wunderquelle Wikipedia den Eintrag zur Nationalratswahl 1999.

Im nächsten Teil der Kärnten-Reihe geht es weiter mit “unserm” Jörgl, unzwar mit der Zeitspanne zwischen 2000 und den quitschenden Bremsen eines “angeheiterten” Landeshauptmannes…

Und vergesst bitte schnell: I am from Kärnten!