Liebe Leserinnen, liebe Leser, im dritten Teil meiner “Kärnten-Saga” geht es um “unseren” Volkshelden, einen Mann, der in die Geschichte eingegangen ist. Gott sei Danke bedeutet der Begriff “in die Geschichte eingehen” nicht zwangsläufig etwas Positives, wobei für viele meiner Kärntner Mitbürger/innen Rassismus, Populismus und Betrunkenheit am Steuer heute noch ein Gefühl der Traurigkeit hervorruft. Die Trauer, einen unglaublichen Menschen verloren zu haben. In diesem Fall ist der Ausdruck “unglaublich” bitte wortwörtlich zu nehmen, da ich oft den Kopf schütteln musste, als ich bemerkte, wie “unglaublich” blind die südlichste Bevölkerungsschicht Österreichs durchs Leben läuft.
Jörg Haider, geboren am 26. Jänner 1950 in Bad Goisern, als Sohn einer vorbelasteten Nationalsozialisten-Familie, hatte in Sachen politischer Einstellung wohl schon einen vorgeschriebenen Karriereweg. Früh zog es Haider ins politische Exil. Von Oberösterreich ausgewandert, bekam er durch die Hochzeit mit der Kärntnerin Claudia Hoffmann, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung im Freistaat Kärnten. Aufgrund seiner fortschreitenden Alzheimer-Erkrankung, durch welche er auch sein geschichtliches Erinnerungsvermögen der Zeit zwischen 1938 bis 1945 verlor, vergaß er leider auch, wie ihm Gutes getan wurde und lies Asylanträge entweder grundsätzlich abblitzen oder beschenkte die Immigranten mit einem gemütlichen Wellnessurlaub auf der Saualpe.
Im Jahre 1986 konnte Haider mit dem “Putsch von Innsbruck” die Parteiführung der FPÖ übernehmen. In Folge wurde er Kärntner Landeshauptmann. Mit dem Jahre 1989 begann somit auch die gesetzliche Reduktion der sogenannten “Intelligenz” in Kärnten. Doch seine Ziele waren höhere. Er wollte der (An)führer der “ideologischen Missgeburt” Österreich werden. Irgendwann wird es aber auch dem Kärntnerherz zu viel mit rechten Parolen, unzwar spätestens bei seiner Aussage im Jahre 1991, präsentiert im Kärntner Landtag: „Na, das hat’s im Dritten Reich nicht gegeben, weil im Dritten Reich haben sie ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht, was nicht einmal Ihre Regierung in Wien zusammenbringt. Das muss man auch einmal sagen.“
Als Landeshauptmann abgesäbelt, gewann er aber derwegen bei jeder bundesweiten Wahl an Stimmen dazu und der Rassismus in Österreich wurde neu entflammt. “The time of his life” hatte Haider wohl im Jahr 1999. Er gewann die Kärntner Landtagswahl mit unglaublichen (man beachte wieder meine oben erwähnte Interpretation des Wortes “unglaublich”) 42 Prozent und wurde erneut Landeshauptmann. Bei den Nationalratswahlen im selbigen Jahr wurde die FPÖ zweitstärkste Partei des Landes. Dadurch, dass die ÖVP unter Wolfgang Schüssel sich fest vorgenommen hatte, bei einem dritten Platz in Opposition zu gehen, fungierte die FPÖ folgend als “kleiner” Koalitionspartner der Volkspartei. Sollte dieser Satz keinen Sinn für Sie ergeben, lesen Sie bitte auf allermanns Wunderquelle Wikipedia den Eintrag zur Nationalratswahl 1999.
Im nächsten Teil der Kärnten-Reihe geht es weiter mit “unserm” Jörgl, unzwar mit der Zeitspanne zwischen 2000 und den quitschenden Bremsen eines “angeheiterten” Landeshauptmannes…
Und vergesst bitte schnell: I am from Kärnten!
Also ich finde deine Texte wirklich super zum Lesen! Die machen echt Laune ‘gg’ und achja: I am from Kärnten too!
Ich liebe deinen Blog Alex. wirklich ein riesen Spaß immer wieder zu sehen wie “anders” Kärnten doch ist