In diesem und den folgenden Teilen meiner Blogreihe geht es um den Zeitraum zwischen Haiders Tod und der Regierungsbildung nach der Kärntner Landtagswahl 2009. Beginnen möchte ich mit einer kleinen Biographie über den neuen Landeshauptmann von Kärnten, Gerhard Dörfler (BienenZüchter Österreichs).
Gerhard Dörfler, geboren im Jahr 1955 in Deutsch-Griffen (das Deutsch wurde Gerüchten zu Folge auf seinen Wunsch eingebaut), arbeitete von 1985 bis 2001 in der Villacher sowie der Schleppe Brauerei. Übertriebener Bierkonsum könnte auch in diesem Fall so einiges erklären… Beim Saufen kennengelernt, ernannte Jörg Haider Dörfler 2004 zum 1. Landeshauptmann-Stellvertreter. Er bekam außerdem die Zuständigkeit u.A. in den Bereichen Tourismus, Verkehr und Straßenbau, Familienförderung und Kindergärten. Wie es um diese Bereiche heute steht, erkennt jeder der 980 noch klar denkenden Kärntner sofort.
2006 kam Dörfler auf seine wohl unterhaltendste Idee, Kopfschüttler all inclusive. Er lies Ortstafeln um wenige Meter verschieben, so dass die Verfassungsgesetze der betroffenen Tafeln de jure nicht mehr gültig sind. Ein für Dörfler angenehmener Nebeneffekt blieb nicht aus, gleichzeitig mit den Ortstafeln wurde auch das Vernunftsdenken der Kärntner weiter ins Hinterstübchen verfrachtet.
Nach Haiders feucht-fröhlicher Spritztour wurde Dörfler am 23. Oktober 2008 mit beeindruckenden 19 von 36 Stimmen zum Landeshauptmann von Kärnten gewählt. Wenn Sie sich nun denken, es könne sowieso nicht schlimmer als unter Haider werden, liegen Sie leider dezent falsch. Neben Rassismus und Populismus, darf man Dörfler nämlich getrost auch fehlende Intelligenz, unzureichende Redegabe und blanke Idiotie im Umgang mit anderen Menschen vorwerfen. Diese Werte wurden am 01. März 2009 mit 45,5 Prozent der Wählerstimmen bestraft.
Gerhard Dörfler, ein Mann mit Ausstrahlung und Redegabe. Negerwitze in Anwesenheit von Roberto Blanko, bekanntlich nicht gerade der Weißeste, den die mitteleuropäische Bevölkerung zu liefern hat, gehören zur Tagesordnung. Da es aber “kein Negerwitz, sondern ein Kakaowitz” war, sind solche Ausrutscher natürlich von jeglicher Bedeutung befreit und rechtfertigen Dörflers humoristische Einstellung, dass er “weiterhin ein Landeshauptmann sein werde, bei dem das Lachen stattfindet”. Ich amüsiere mich köstlichst.
Liebe Leserin, lieber Leser, bitte denken Sie sich nun nicht, dass Dörfler ein Landeshauptmann wäre, welcher nicht stets mit konstruktiven und lebenswichtigen Innovationen für sein Bundesland daherkommen würde. Im Jänner 2009 zum Beispiel hatte er die revolutionäre Idee, Jörg Haider bräuche eine Gedenkbrücke. Gesagt, getan, die “Jörg-Haider-Brücke” war geboren. Ich persönliche hätte ja die Umbenennung von Klagenfurt in “Haiderfurt am Wörthersee” um einiges innovativer und vor allem ironischer gefunden…
Auch das “Saualm-Prinzip” trug Dörfler als persönlichen Glücksbringer weiterhin unterm rechten Herz. Asylwerber, bei welchen ein von deuts… Ähhhhm… Kärntner Bürgern (immer diese Tippfehler…) (un)begründeter Verdacht eines Verbrechens angegeben wird, werden ohne weitere Nachforschung zum Wellness-Urlaub auf die Saualpe geschickt. Stellen Sie sich vor, Politiker würden allein wegen dem Verdacht eines Verbrechens auf die Saualpe geschickt werden. Dörfler müsste sicherlich mehr als eine Zahnbürste und zwei Paar Socken auf diesen Ausflug mitnehmen.
Und so verging die Zeit und es wurde Sommer. Ob Sie es glauben oder nicht, in Kärnten ist zwischenzeitlich sogar die Sonne wieder aufgegangen! Hat sie wohl zu strahlen begonnen, als sie bemerkte, dass die gütigen kärntner Steuerzahler nun ein eigenes Haider-Museum finanzieren. Bei der Starnacht am Wörthersee kam es dann endgültig zum Eklat gegen die kärntner Volksseele, als Dominic Heinzl Dörfler und seine Frau angerempelt haben soll. Dörfler erteilte dem künftigen ORF-Starreporter ein Einreiseverbot ins Kärntnerland und zeriss sein 3 Tages-Visum in gleicher Schnelle, wie mein Traum von einem sozialen Kärnten schon in jungen Jahren geplatzt ist. Da lobe ich mir aber gleich den Villacher Bürgermeister Helmut Manzenreiter, von dieser Ungerechtigkeit geschockt, besorgte er Heinzl gleich eine neue Aufenthaltsgenehmigung, lud ihn zum Villacher Kirchtag ein und bewarte ihn vom bereits berühmten Wellness-Urlaub in den kärntner Bergen.
Um noch kurz meine Gemütslage des letzten Jahres zu beschreiben: Und wenn du glaubst, es geht nicht mehr, mault von irgendwo der Dörfler her!
Und vergesst bitte schnell: I am from the state where rassism wins elections!
Ich als Deutscher kenne den Schwachsinn, der von braunen Rechtslümmeln ausgeht nur zu gut. Ich finde es stark, dass du so offensiv und provozierend formulierst. Mach in jedem Fall weiter so! Vielleicht bietest du ja noch ein zwei links an. Bilder, Artikel, Videos oder eine Skizze von Haiderfurt.